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Zunft Fluntern – die Quartierzunft mit Weitblick, seit 1895 |
Der Quartierverein Fluntern und die Zunft Fluntern waren seit Anbeginn engstens miteinander verbunden. Beide entstanden als Reaktion der Eingemeindung 1893, als die Gemeinde Fluntern zum Stadtquartier Zürichs wurde. Der erste Zunftmeister war jahrzehntelang Quartierverein-Präsident: Der Zunft-Mitgründer und erste «Präsident» (von 1895 bis 1921), Dr. iur. Albert Sieber (1867– 1940). Er war Sohn des zweitletzten Gemeindepräsidenten Heinrich Sieber (1836–1908). Die Siebers waren seit je her Landwirte in Fluntern; das Stammmhaus war der Bauernhof an der Hochstrasse, Ecke Schmelzbergstrasse. Wohnhaus und Scheune, vor 1812 erbaut, an der Hochstrasse 44 Ecke Schmelzbergstrasse im Jahre 1930. Stammhaus und Hof der Fluntermer Familie Sieber (Siber). Im Hintergrund das Wohnhaus Voltastrasse 57. Nach dem Abbruch 1948 entstanden hier die ‹Naegeli-Häuser› der Baumeister-Familie Naef-Hatt/Naegeli: hier das Mehrfamilienhaus an der Strassenecke. |
Gründung der Zunft 1895 in der Wirtschaft ‹Plattengarten›
An der Platten- Ecke Schönleinstrasse stand bis zum Abriss 1956 die legendäre «Wirtschaft zum Plattengarten»: von Unterhaltungsveranstaltungen über politische Diskussionen bis zur Gründung der Zunft Fluntern am 19. April 1895 – alles fand hier statt. Nebenan (Schönleinstrasse 13) bot das grosse «Platte-Theater» den Schauspielbegeisterten mehr oder weniger anspruchsvolle Bühnenkunst. Ab Ende der 1950er überbaute der Kanton das ganze Geviert mit Spital- und Hochschulbauten, die Schönleinstrasse (links im Bild) wurde gekappt, das Dorf- und Quartierleben verschwand.
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Die Trägerschaft des Quartierprojekts Rebberg Fluntern: Zunft und Quartierverein
Auch später bestanden mannigfaltige Verbindungen, Zünfter waren Vorstandsmitglieder im Quartierverein, viele Quartierverein-Mitglieder sind Zünfter. Ein weiteres Kapitel schlagen Quartierverein und Zunft Fluntern auf mit dem Quartierprojekt Rebberg Fluntern: sie waren Initiatoren und bilden nun gemeinsam die Trägerschaft – und werden bald gemeinsam die ersten Rebstöcke setzen. Alles zum Quartierprojekt Rebberg Fluntern: Link. |
Zum Vergrössern anklicken; Detailplan als pdf |
Zunft-Geschichte ist Quartiergeschichte
Mitten im Corona-Jahr 2020 erschien im Verlag NZZ Libro die Zunft-Chronik zum 125-Jahr-Jubiläum, von Ehrenzunftmeister Felix E. Müller. Der Titel «Ein Zürcher Quartier und seine Zunft» weist schon darauf hin, wie eng sich Zunft- und Quartiergeschichte gegenseitig beeinflussten. Der Quartierverein-Rezensent L. Käser stellte diese bibliophile und lokalgeschichtliche Fundgrube im April 2020 folgendermassen vor in der Quartierzeitschrift ‹Fluntermer› ( pdf): |
Wie die ‹rührige Zunft Fluntern› 1905 ...
Die Zunft Fluntern und die Tram-Geschichte in Flunternmehr >> |
Die GrĂĽnder der Zunft Fluntern
 Die ersten Statuten von 1895 10 Bürger der Gemeinde FlunternDie 10 Zunftgründer waren ein repräsentatives Abbild der früheren Gemeinde bzw. des jungen Quartiers Fluntern, hauptsächlich Gewerbler, die auch lokalpolitisch aktiv waren. Nach der Eingemeindung Flunterns 1893 und jener anderen Gemeinden, die unmittelbar an die damals noch kleine enge Stadt Zürich angrenzten, entstand in den nunmehr bloss noch als Quartiere fungierenden Ortsteile der Wunsch, sich die verlorene Eigenständigkeit und Eigenart zu erhalten, mit den Gründungen einer Quartier-Zunft und eines Quartiervereins. |
Albert Sieber  | Dr. iur., erster ‹Präsident› (ab 1899 ‹Zunftmeister›), Bezirksrichter; Bauernhof Familie Sieber Hochstrasse 44 |
Jean Frank-Lymann  | |
Rudolf Schenkel | |
Emil Weiss | |
Rudolf Gujer  | Metzgermeister, Zunftmeister 1921–1930, Verbandsfunktionär; Metzgerei Guyer, Zürichbergstrasse 13 (heute Konsum; Stich 1870)  |
Adolf Schmid | |
Karl Kutter | |
Eugen Denzler | |
Heinrich Sieber | |
Fritz Mebes  | |
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Zeitachse zur Zunft-Geschichte und ihrer Zunftmeister
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Fluntermer Neujahrs-Notizen auf das Zunft-Jahr 2024
Das Sechseläuten beginnt in Fluntern.Zumindest 1914, vor 110 Jahren, war das zünftige Stadtfest ein Heimspiel. Anlass war die Einweihung des Neubaus der Universität Zürich. «Das Organisationskomitee hat für den Sechseläutenumzng am 20. April folgende Marschroute festgesetzt: Sammlung der Zugsteilnehmer um 1 1/2 Uhr nachmittags in der Plattenstraße, Spitze Gloriastraße. Um 2 Uhr Abmarsch durch die Plattenstraße, Rämistraße, über den Bellevueplatz, ...» (Chronik der Stadt Zürich, Nummer 13, 28. März 1914)  |
 Umzug mit Bundeslade. Postkarte, BAZ (klicken zum Vergrössern) Fluntermer Tanz um das goldene KalbZur Eröffnung des prächtigen Universitätsgebäudes auf ehemals Fluntermer Boden vereinbarte das Rektorat mit dem Central-ComitĂ© der ZĂĽnfte, den Sechseläuten-Umzug gemeinsam als szenischen Festumzug zu gestalten. Thema waren «Bilder aus dem wissenschaftlichen Leben», von den Ă„gyptern ĂĽber die Babylonier, Griechen. das Mittelalter bis zur Jetztzeit. Die Zunft Fluntern (mit Hottingen und Riesbach) erhielt die Israeliten als Thema. Ein Theatercoiffeur habe sich redlich MĂĽhe gegeben, 42 doch eher biederen ZĂĽnftern ein alttestamentliches AusÂsehen zu geben, mit Bärten und Locken und allerlei langen Gewändern, wie Felix MĂĽller in seiner Zunft-Chronik 2020 berichtete. So stellten die damals noch mehrheitlich im Fluntern wohnhaften ZĂĽnfter vom Tanz um das goldene Kalb bis hin zur Prozession mit der Bundeslade die historische Periode dar. Ob der bekannte Jurist und Zunftmeister Albert Sieber, 1895 einer der 10 Zunft-GrĂĽnder, den Moses mit den Gesetzestafelnl verkörperte, konnten wir nicht mehr eruieren. Sieber war ab 1898 auch lange Jahre Präsident des Quartiervereins Fluntern. Aufmarschgebiet fĂĽr den gesamten Sechseläuten-Umzug war die Platte rund um die Plattenstrasse. Viel Volk und die geladenen Gäste auf der EhrentribĂĽne vor dem Uni-Gebäude bewunderten den gigantischen Festumzug, der sich die Rämistrasse hinunter bewegte. Architekt des mächtigen Universitätsgebäudes mit dem stadtbildprägenden Turm war «unser Fluntermer» Karl Moser, der hier neben der Klinik Susenberg am Schreberweg 9 (1913 als Villa und Gemäldegalerie fĂĽr den Kunstsammler und Kopf der ZĂĽrcher Kunstgesellschaft Richard Kisling erstellt) auch die grosse Kirche Fluntern (1920) und sein Wohnhaus an der KrähbĂĽhlstrasse 45 (1915) erbaute, und seine letzte Ruhe auf dem Friedhof Fluntern fand, während sein Sohn in den 1940ern Miterbauer des Kantonsspitals war (Haefeli Moser Steiger). Sechseläuten 1914: Umzugsabschnitt der Zunft Fluntern, aus der Festschrift ‹Festzug zur Einweihung der neuen Universität ZĂĽrich› (Stadtarchiv ZĂĽrich). – Festpostkarte mit den Zunft-Wappen und dem Herold, der von Fluntern aus das neue Universitätsgebäude begrĂĽsst; von Fritz Boscovits. «Sechseläutenfestzug 1914: Das Volk Israel in der WĂĽste. Das goldene Kalb» (Phot. W. Schneider). – «Die Bundeslade». (Phot. A. Krenn). ZĂĽrcher Wochen-Chronik 17 25.4.1914. |
Fluntermer Neujahrs-Notizen auf das Zunft-Jahr 2025
• Gründung der Zunft 1895 in der Wirtschaft ‹Plattengarten› • Die Gründer der Zunft Fluntern Die 10 Zunftgründer waren ein repräsentatives Abbild der früheren Gemeinde bzw. des jungen Quartiers Fluntern, hauptsächlich Gewerbler, die auch lokalpolitisch aktiv waren. Nach der Eingemeindung Flunterns 1893 und jener anderen Gemeinden, die unmittelbar an die damals noch kleine enge Stadt Zürich angrenzten, entstand in den nunmehr bloss noch als Quartiere fungierenden Ortsteile der Wunsch, sich die verlorene Eigenständigkeit und Eigenart zu erhalten, mit den Gründungen einer Quartier-Zunft und eines Quartiervereins. Der erste Zunftmeister war jahrzehntelang Quartierverein-Präsident: Der Zunft-Mitgründer und erste «Präsident» (von 1895 bis 1921), Dr. iur. Albert Sieber (1867– 1940). Die Plattenstrasse 12 – ehemals «Restaurant zum Kühlen Grund», nebenan die Post, und heute das «Schwesternhochhaus». Bis 1938 bog hier die «Zentrale Zürichbergbahn» von der Plattenstrasse–Zürichbergstrasse her kommend in die Gloriastrasse ein. Am linken Bildrand das legendäre «Restaurant zum Plattengarten», wo die Zunft Fluntern gegründet wurde. |
Fluntermer Neujahrs-Notizen auf das Zunft-Jahr 2026
Vor 100 Jahren – 1926Der Mitgründer der Zunft Fluntern 1895, der umtriebige Gastwirt und Eventmanager in halb Zürich, Fritz Mebes, stirbt.      Der Tierfreund Fritz Mebes (Chronik S. 195) Vor 75 Jahren – 1951:Die Zunft Fluntern gründet neue Kostümgruppen: die Ausrufer, die Grenadiere und die Hochwacht, anlässlich des Jubiläumsumzugs «Zürich 600 Jahre bei der Eidgenossenschaft». Die Grenadiere, in einer Aufnahme von 1956 (Chronik S. 113) Die Fluntermer Kleinhändler, die in alten Zeiten jeweils für einen Tag in der Stadt ihre Ware anbieten durften (Chronik S. 141) Die Zunft führt einen neuen Wagen am Sächsilüüte, den Hochwachtwagen. Die Aufnahme von 1954 zeigt die stolzen Hochwächtler am Limmatquai. Der neue Hochwachtwagen, in einer Aufnahme von 1954 (Chronik S. 113) Vor 70 Jahren – 1956:Das letzte Sächsilüüte der Zunft Fluntern im tradtionsreichen «Plattengarten», ihrem Gründungsort von 1895. Damit beginnt die bauliche Zerstörung des Platte-Zentrums durch den Kanton für seine Hochschul- und Spitalbauten, ein Prozess, der bis heute andauert. Am linken Bildrand das legendäre «Restaurant zum Plattengarten», wo die Zunft Fluntern gegründet wurde. Die Plattenstrasse 12 – ehemals «Restaurant zum Kühlen Grund», nebenan die Post, und heute das «Schwesternhochhaus». Bis 1938 bog hier die «Zentrale Zürichbergbahn» von der Plattenstrasse–Zürichbergstrasse her kommend in die Gloriastrasse ein. Baugeschichtliches Archiv Stadt Zürich BAZ – L. Käser, Quariterverein Fluntern An der Platten- Ecke Schönleinstrasse stand bis zum Abriss 1956 die legendäre «Wirtschaft zum Plattengarten»: von Unterhaltungsveranstaltungen über politische Diskussionen bis zur Gründung der Zunft Fluntern am 19. April 1895 – alles fand hier statt. Nebenan (Schönleinstrasse 13, siehe unten) bot das grosse «Platte-Theater» den Schauspielbegeisterten mehr oder weniger anspruchsvolle Bühnenkunst. Ab Ende der 1950er überbaute der Kanton das ganze Geviert mit Spital- und Hochschulbauten, die Schönleinstrasse (links im Bild) wurde gekappt, das Dorf- und Quartierleben verschwand. Baugeschichtliches Archiv Stadt Zürich BAZ – L. Käser, Quartierverein Fluntern Zunftstube im Plattengarten 1953: Die Stubenhocker erwarten am Sächsilüüte Abend die Zunftbesuche. Stehend (von links): Adolf Schmid, Fritz Mürdter, Karl Fahrner, Max Gubler, Max Erni, Jakob Huber, Heinrich Güller, Fritz Romang, Gustav Frank, Robert Weber-Fehr; sitzend: Willy Wild, Rudolf Schmid, Heinrich Wagner, Eugen Schweingruber, Friedrich Benz, Heinrich Sieber. (Chronik S. 116) Zum Vergrössern anklicken. Vor 120 Jahren – 1906:Was die Zunft Fluntern am Sächsilüüte 1905 mit ihrer mitgeführten Tram-Maquette in origineller Form tatkräftig unterstützt hatte ( >), nämlich die langersehnte direkte Tram-Verbindung des Quartiers Fluntern mit dem Hauptbahnhof Zürich, wurde am 9. Oktober 1906 Tatsache: die gelbe Linie 6, der sogenannte «Leonhardstram», führte nun vom Bahnhofplatz über die Brücke zum Central (damals Leonhardplatz), weiter zur Spitzkehre am Haldenegg unterhalb der Liebfrauenkirche, rumpelte dann die Leonhardstrasse zur Bergstation der 1889 eröffneten «Zürichbergbahn», dem heutigen Polybähnli, und fand via Tannenstrasse Anschluss ans Fluntermer Tram-Netz der «Zentralen Zürichbergbahn», den Zwilling der Zunft Fluntern: beide wurden 1895 gegründet.  Erste Erfahrungen mit der neuen Tramlinie (Zürcher Wochen-Chronik 27.10.1906, Ausschnitte) Zu den ‹Fluntermer Neujahrs-Notizen auf das Jahr ...› > |
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«Fluntern erzählt»Unsere PartnerseiteWas war, wie es war und wie es heute ist in Fluntern – über das Werden und den Wandel des Quartiers berichtet das elektronische Bilder- und Lesebuch "Fluntern erzählt". Anschaulich und mit vielen Bildern.
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